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Lex Claudia de nave senatorum

Online seit 11.09.2008 | Dozent: Stefan Sandmeier
Fachrichtung: GeschichteDeutschGeschichteUniversität Zürich

Die Ende des dritten Jahrhunderts v.Chr. beschlossene lex Claudia de nave senatorum ist aus heutiger Sicht
ein bemerkenswertes Gesetz. Sie verbot Senatoren und ihren Familienangehörigen den Besitz seegängiger
Schiffe, die eine bestimmte Grösse überschritten. Das Gesetz schränkte damit die ökonomische Freiheit der
Senatoren ein, zumal es auch den Hinweis enthält, jegliche Erwerbstätigkeit ausserhalb der Landwirtschaft
gelte als eines Senators unwürdig. Solche einschneidenden Restriktionen scheinen den Interessen der Senatoren,
die das Gesetz billigen mussten, diametral entgegenzulaufen. Dennoch wurden die Bestimmungen im
Jahr 218 beschlossen. Das wirft Fragen nach dem Zweck der lex Claudia und den Motiven ihrer Inkraftsetzung
auf: Wer hatte ein Interesse daran, die Senatoren in ihrer Wirtschaftstätigkeit einzuschränken und
weshalb? Was bewog den Senat dazu, das Gesetz anzunehmen bzw. nichts gegen seine Durchsetzung zu unternehmen?
Was waren die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Hintergründe, die zur Schaffung der lex
Claudia führten? Und was waren die Folgen, die sich aus ihrer Einführung ergaben?
Der Versuch, die Hauptfragen dieser Arbeit zu beantworten, soll durch eine einführende Erörterung der
Quellenlage sowie eine Schilderung des historischen Kontexts der lex Claudia vorbereitet werden.
In Kapitel 2 wird zunächst der Text der verfügbaren Quellen präsentiert (2.1) und danach einer quellenkritischen
Betrachtung unterzogen (2.2). Der dritte Abschnitt dieses Quellen-Kapitels ist einer kurzen historischen
Einordnung des Gesetzes in den Kontext der republikanischen Gesetzgebung gewidmet (2.3). Um eine
Erörterung von Motivation, Absichten und Auswirkungen der lex Claudia im Zusammenhang der wirtschaftlichen,
politischen und sozialen Gegebenheiten zur Zeit des ausgehenden dritten Jahrhunderts v.Chr. zu ermöglichen,
soll Kapitel 3 eine (zwangsläufig) im Kursorischen verbleibende Darstellung der sozialen und
politischen Strukturen (3.1) der römischen Republik geben und anschliessend einen Überblick über Landwirtschaft
und Handel, die Schlüssel-Bereiche des römischen Wirtschaftssystems, verschaffen (3.2). In Kapitel
4 soll schliesslich versucht werden, auf der Basis der beiden vorangehenden Kapitel die Fragen nach
Ursprung und Begründung sowie nach den Auswirkungen der lex Claudia zu beantworten.
1.2 Quellen, Literatur und Forschungsstand
Eine detaillierte, umfangreiche historisch-kritisch Würdigung und Kommentierung von Livius’ 21. Buch, der
Hauptquelle für die lex Claudia, nimmt Ursula Händl-Sagawe1 vor, während Marianne Elster eine kommentierende
Zusammenfassung des Gesetzes sowie einen knappen, aktuellen Überblick über den Forschungsstand
und die Literatur zur lex Claudia biete.

Tags: Demokratie, Finanzen, Geschichte, Gesetz, Lex Claudia de nave senatorum, Neutralität, Universität Zürich, Zusammenfassung