Coachella Festival 2012
Das US-amerikanische Coachella Musikfestival in Indio, Kalifornien ist eines der gefragtesten Festivals überhaupt. Der Beweis: Das Festival war innert wenigen Stunden für beide Wochenenden komplett ausverkauft. Im Internet tauchten bereits kurz darauf zahlreiche Schwarzmarktangebote auf.
von Laura Brüllmann
«Passes for both weekends go on sale at this Friday, January 13, 10AM PST», dieser Satz erreichte mich zwei Tage vor der Freischaltung. Zwei meiner Freunde und ich haben uns entschieden, für das Coachella-Festival in den «goldenen Staat» zu reisen. Die Headliner des diesjährigen Events sind überzeugend: The Black Keys, Radiohead, The Hives und Dr. Dre & Snoop Dogg. Aber auch Namen wie: Justice, Kasabian, Beirut, Arctic Monkeys, Metronomy, Lissie und WU LYF stehen wie ganz selbstverständlich auf der LineUp-Liste. Für uns war klar, wir müssen ein Ticket haben.
Der Countdown
Wie der Veranstalter im Vorfeld mitteilte, richteten wir uns einen Account ein, um mit diesem dann das Ticket zu erwerben. Wer am Freitag dem 13. auf die Coachella-Ticket-Seite ging, der hatte den Countdown vor sich (siehe Bildstrecke). Immer wieder versicherte ich mich, dass wir den Startschuss noch nicht verpasst haben. Aus Stunden wurden Minuteng und aus Minuten Sekunden. Ich war nervöser als vor jeder Semesterprüfung. Die Spannung stieg. Um punkt 19.00 Uhr, Schweizer Zeit, drückten wir auf «kaufen». Wir sind drin! Wir haben es geschafft! – doch zu früh gefreut. Wir waren lediglich auf die Standby-Seite gekommen und ich fühlte mich wie in der cablecom-Warteschlange.
Das endlose Warten
Die Ernüchterung bereits nach dem ersten Satz: «this does not reserve you a pass». Wir überlegten uns, wie lange wir wohl auf die Folter gespannt werden. Zehn, zwanzig Minuten? Wir einigten uns darauf, 30 Minuten zu warten. In den dreissig Minuten änderte sich aber nichts an unserer Standby-Seite, ausser dass nach ca. 15 Minuten bereits die Campingplätze ausverkauft waren. Nach 45 Minuten gaben wir vorerst auf. Ich packte den Laptop ein und fuhr enttäuscht nach Hause. Zuhause weckte ich mein Laptop aus dem Schlafmodus und wartete weiter auf der Standby-Seite. Der preiswerteste Festivalpass war auch bald ausverkauft und jetzt gab es nur noch kostspieligere Ticketangebote. Aber ich gab nicht auf und war sogar bereit mehr zu zahlen, als eigentlich geplant. Das Geld war mir in diesem Moment egal, nur das Ziel zählte. So müssen sich Zocker in den Casinos fühlen.
SOLD OUT
Nach ewigem Warten dann die Meldung «SOLD OUT». Ich staunte nicht schlecht. Wir alle kennen das, wenn wir uns für Semestermodule an der Universität bzw. Fachhochschule einschreiben müssen, wer zu spät ist, der hat Nachsicht. Aber hier im Fall Coachella war ich überpünktlich! Noch vor einem Jahr dauerte es knapp eine Woche bis zum «Sold Out», und dieses Jahr lediglich wenige Stunden. Der verflixte Freitag der 13. Auch wenn ich nicht abergläubisch bin, schiebe ich mein Pech auf dieses, als Sündenbock geeignete, Datum. Wenn schon keine dunklen Mächte im Spiel sind, dann dunkle Machenschaften: Tickets gibt es jetzt nur noch auf dem Schwarzmarkt zu kaufen und dies zu satanischen Preisen.
Tags: Festival, Festivalsommer, Konzerte, Laura Brüllmann, USA
Artikel erschienen am 14.01.2012 um 11:58 Uhr
