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Super Bowl

Madonna stand wieder auf der Bühne. Aufgeregt wie seit langem nicht mehr sei sie gewesen, und dann lief alles ziemlich glatt. In der Pause während dem Halbfinale beim weltgrössten Sportereignis der Welt glänzte sie und liess statt Geknutsche und nackter Brüste ihr Talent sprechen. Ein Rückblick auf eine alteingesessene amerikanische Tradition.

Von Claudia Piwecki

So ganz ohne Skandal kam aber auch der 46. Super Bowl nicht aus. Madonna performte ihre Hits mit anderen Musikgrössen, wie Nicki Minaj, M.I.A., Cee-Lo Green oder einem Gospelchor. Die englische Rapperin M.I.A. sorgte sogleich auch für den Skandal des Abends. Sie hielt den Stinkefinger in die Kamera. So schlimm war das am Sonntag aber gar nicht, denn niemand im Stadion hat’s gesehen – erst als sich der Fernsehsender NBC, der das Spektakel übertrug, entschuldigte, wurde der kurze Eklat öffentlich. Madonna selbst gab ihr Bestes: Sie erschien auf der Bühne in Gold und von Gladiatoren getragen wie einst Cleopatra. Und dann tobte sie sich in den zwölf Minuten auf der Bühne aus: ein Medley aus alten und neuen Songs liess sie ihr Bestes geben, gesanglich wie tänzerisch. Wer weiss, ob der 53-Jährigen die Puste für einen längeren Auftritt gereicht hätte.  Immerhin schlug sie sich mit Bravour und kann sich nicht vor lobenden Stimmen retten. Immerhin, Madonna kann es doch noch, auch ohne 25-jährigen Toyboy oder Knorpel-Workout-Tipps; in erster Linie ist sie doch eines: Künstlerin!

Die Halbzeit-Show des Super Bowl ist ein Ritterschlag für jeden grossen All-American-Star. Seit Janet Jacksons «Nippelgate» 2004, als Justin Timberlake ihr «zufällig» den Busen entblösste, ist die Übertragung für ein paar Sekunden versetzt, um dem prüden amerikanischen Volk einen weiteren Busenblitzer oder Ähnliches zu ersparen.

Das eigentliche Ereignis sollte aber der Football sein. Auch hier tummeln sich Stars auf dem Feld. Schlussendlich besiegten die New York Giants die New England Patriots mit 21:17. Ein enttäuschter Tom Brady warf sich nach der Niederlage in die Arme seiner schönen Frau Giselle Bündchen. Katy Perry war als Gast auf der Tribüne und sah sich die Show mit 70’000 Stadion-Besuchern an. Millionen Zuschauer vor dem TV-Bildschirm – der Super Bowl ist und bleibt ein Highlight für die Amerikaner. Und da behaupte mal noch einer, die Amis hätten keine Kultur. Ein Ereignis in diesem Ausmass gibt es in Europa nicht, aber wer an Silvester nicht schon «Dinner for One» geschaut hat oder «Sissi» während der Osterfeiertage möge jetzt die Hand heben oder für immer schweigen. In dem Sinne freuen wir uns doch auch schon auf die Oscar-Verleihung am 26. Februar 2012.

Tags: Amerika, Claudia Piwecki, Madonna, Super Bowl
Artikel erschienen am 07.02.2012 um 12:02 Uhr