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Wanted: Wirtschaftschemiker?

Die Wirtschaftschemie klingt nicht nur sehr professionell, sie verspricht auch viel. Bietet die Interdisziplinarität wirklich einen grossen Vorteil? semestra.ch ist dieser Frage nachgegangen.

Fabian Christoffel der sein Wirtschaftschemie-Studium im Februar 2010 erfolgreich beendet hat, erinnert sich zu Gymi-Zeiten eine Broschüre zu diesem Studiengang erhalten zu haben, mit der Notiz später einen Konzern leiten zu können. «Man sollte sich keine Illusionen machen», meint er heute. «Solch eine Position muss man sich erarbeiten. Man kann nicht einfach oben einsteigen.»

Als Fabian sich für einen Studiengang entschied, verband er einfach die beiden Fächer, die ihn am meisten interessierten: Wirtschaft und Chemie. Werden Studenten die so interdisziplinär gebildet werden, bevorzugt eingestellt? Renate Gloggner, Personalchefin von Biogen Idec International GmbH, bestätigt wahrhaftig, dass die Verbindung zwischen Wirtschaft und Chemie interessant ist für die Industrie. Schon alleine für einen möglichst preiswerten Einkauf verschiedener Komponenten, zur Unterstützung der Berechnung und Prognostizierung von Herstellungskosten und das Definieren des Marktpreises.
Oftmals müssen die Absolventen aber auch bereit sein ins Ausland zu gehen, um Praxiserfahrung zu sammeln. Jeder der sein Studium beendet, sollte sich seiner Konkurrenz bewusst sein. Die Firmen schauen sich den Markt genau an. Gibt es auf dem Markt Leute, die einen Master in Wirtschaft und Chemie haben oder sogar in einem der beiden Fächer doktoriert haben, werden diese natürlich bevorzugt behandelt. «Viel wichtiger ist es, bereits während des Studiums in Laboratorien oder Pharma-/Biotechunternehmungen Praktikums absolviert zu haben. Dabei kann man sich ein erstes Beziehungsnetz aufbauen, beweisen, was man drauf hat, und dann über diese Kanäle leichter Anschluss finden an den Stellenmarkt.»

Soviel das Studium auch verspricht. Fabian hatte es nicht leicht etwas zu finden und das trotz guter Noten. Vier Monate lang war er auf der Suche und heute ist er zu 100 Prozent in der Produktentwicklung von Roche angestellt. «Das Einsteigen ist bestimmt das Schwierigste.» Obwohl er nun im chemischen Bereich arbeitet, hofft er noch aufsteigen zu können und in den wirtschaftlichen Bereich überzugehen. Die Voraussetzungen dafür bringt er jedenfalls mit.


Text: Raffaela Angstmann

Tags: Absolvent, Job, Studium, Studiumsabschluss, Wirtschaftschemie
Artikel erschienen am 03.09.2010 um 17:26 Uhr