Karriereplanung

Wenn Sie Ihre Standortbestimmung sorgfältig durchgeführt haben, sollten Sie nun Ihre Interessen und Fähigkeiten mit Ihrer aktuellen Situation, Ihrem Studium und der beruflichen Realität abgleichen.

von Career Services der Universität Zürich

Studieren Sie berufsorientiert

Praxisnähe im Studium sowie Berufserfahrung während des Studiums erhöhen Ihre Arbeitsmarktchancen erheblich. So können Sie bereits während des Studiums für das Berufsleben wichtige Fähigkeiten und Eigenschaften erwerben.

Tipps

- Sammeln Sie bereits während des Studiums Berufserfahrungen (z.B. Nebenjobs, Praktika). Nichts gegen den Aushilfsjob in der Kaffeehauskette oder Kinokasse – seien Sie sich aber bewusst, dass dieser nur einen beschränkten Nutzen bringt für die spätere Karriere.
- Versuchen Sie allfällige Schwächen und Lücken Ihres Persönlichkeitsprofils noch während des Studiums zu kompensieren, z.B. mit Praktika, Studenten- oder Ferienjobs, Sport und Hobbys, Auslandaufenthalten, Freiwilligenarbeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten wie universitätspolitischem Engagement, Pfadfinderleitung, Mitarbeit in Vereinen.
- Vernetzen Sie sich, gehen Sie auf Unternehmen zu, knüpfen Sie Kontakte (z.B. in Praktika, mit Hilfe von Internetplattformen).
- Erwerben Sie mit Business Tools Zusatzqualifikationen im Studium (z.B. überfachliche Kompetenzen).
- Besuchen sie Sprach- und Computerkurse.
- Gehen Sie für ein Semester ins Ausland studieren. Auslanderfahrung ist stets ein Pluspunkt.
- Wählen Sie ein praxisbezogenes Thema für Ihre Examensarbeit oder schreiben Sie ihre Arbeit direkt in einem Unternehmen oder einer öffentlichen Institution. Was für BWL-Studenten üblich ist, ist für Geisteswissenschaftler zumindest nicht unmöglich, siehe www.sirop.uzh.ch.
- Seien Sie sich bewusst, dass Ihre verschiedenen Aktivitäten besser daher kommen, wenn sie einen roten Faden erkennen lassen. Wählen Sie z.B. die Praktika so, dass Sie einen Überblick über eine Branche, über eine einzige Tätigkeit oder über möglichst viele verschiedene Tätigkeiten erhalten. Auch wenn dies eine Phase der Suche sein soll und sein kann: Ein geplantes und strukturiertes Vorgehen können Sie später als Pluspunkt in ein Bewerbungsgespräch einfliessen lassen.

Konkretisieren Sie Ihren Berufswunsch

Nachdem Sie eine Bestandesaufnahme all Ihrer Interessen, Fähigkeiten, Wünsche und Ziele gemacht haben, gilt es nun herauszufinden, welchen Beruf Sie konkret anstreben wollen.

Erstellen Sie eine Beschreibung Ihres Traumberufs: In welcher Branche, welchem Beruf und welchen Unternehmen möchten Sie tätig sein? Das Internet stellt zahlreiche Branchen- und Firmenverzeichnisse sowie Informationen zu Branchen, Berufen und Unternehmen zur Verfügung.

Für Berufe mit guter Arbeitsmarktlage bieten Stelleninserate in Zeitungen einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt und decken eine ganze Palette an potenziellen Arbeitgebern und Stellen ab. Ein so genanntes Stellenanzeige-Mosaik ist in diesem Fall ein bewährtes Vorgehen, um herauszufinden, welcher Beruf für Sie geeignet ist. Analysieren Sie über einige Wochen die Stellenanzeigen relevanter Print- und Onlinemedien: Schneiden Sie alle für Sie interessanten Inserate (unabhängig vom Arbeitsort etc.) aus und markieren Sie die Inhalte, die Sie ansprechen. Machen Sie nach zwei bis drei Wochen eine Gesamtanalyse: Ordnen Sie die Inserate nach bestimmten Kriterien und erstellen Sie Listen von interessanten Stellen, Tätigkeitsgebieten und Arbeitgebern.

Viele Berufe erscheinen jedoch gar nicht in Zeitungsinseraten, da deren Arbeitsmarktlage ungünstig bzw. Fluktuationsrate sehr gering ist. In diesem Fall muss man sich mit der Fachpresse auseinandersetzen.

Tipps

- Denken Sie langfristig und berücksichtigen Sie auch Faktoren wie Entfaltungsmöglichkeiten, Aufstiegschancen, Branchenwechsel, Familienplanung.
- Behalten Sie Ihre Karriereziele stets im Auge.
- Führen Sie informelle Interviewsmit Menschen durch, die den betreffenden Beruf ausüben, und recherchieren Sie über Institutionen, Organisationen, mögliche Arbeitgeber.
- Seien Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrer ersten Stelle wichtige Weichen für Ihr Berufsleben stellen. Sich danach komplett neu zu orientieren oder einen Karriereweg grundlegend zu ändern, kann schwierig sein, aber auch schon ein Branchenwechsel ist manchmal mit viel Aufwand verbunden. Häufige Stellenwechsel im CV können zudem einen Nachteil bedeuten. Nehmen Sie deshalb nicht unüberlegt die erstbeste Stelle an.

Finden Sie den richtigen Berufseinstieg

Je nach Branche und angestrebtem Beruf bieten sich einem Absolventen mehrere Möglichkeiten des Berufseinstiegs, die es gegeneinander abzuwägen gilt (unter Berücksichtigung z.B. des Alters, des zumutbaren Mindestlohnes, der Berufserfahrung).

Direkteinstieg

Der Idealfall. In grossen Firmen existieren oft Angebote für Berufseinsteiger wie Junior- oder Young-Professional-Positionen. Bei vielen Berufen gelingt der Einstieg jedoch nur über ein Traineeprogramm, Volontariat, Praktikum o.Ä.

Traineeship / Traineeprogramm

Mittlerweile bietet es sich für viele Berufe (v.a. im BWL-Bereich) an, den Berufseinstieg über ein Traineeprogramm zu vollziehen, d.h., die Einarbeitung in eine neue Stelle erfolgt via „Training on the job“. Solche Programme beinhalten in der Regel eine Grundausbildung, die 12 bis 18 Monate dauert und während der man durch verschiedene Abteilungen rotiert. Die einzelnen Stationen sind je nach Firma entweder vorgegeben oder können an die Wünsche des Trainees angepasst werden. Oft wird ein Teil im Ausland absolviert.
Der Vorteil eines solchen Programms ist, dass Sie Einblick in viele Arbeitsbereiche eines Unternehmens erhalten und so herausfinden können, was Ihnen gefällt und liegt. Sie lernen in kurzer Zeit die Strukturen, Abläufe und Prozesse der Firma kennen und kommen mit zahlreichen Mitarbeitern in Kontakt. Ein Traineeprogramm mündet oft in eine Festanstellung (ehemalige Trainees werden gegenüber Direkteinsteigern meist bevorzugt).
Falls Sie sich für ein Traineeprogramm in einem Grossunternehmen interessieren, sollten Sie langfristig planen. Diese Programme beginnen oft einmal pro Jahr zu einem festen Zeitpunkt. In vielen Firmen besteht zudem eine Altersbegrenzung (bis 30, 32 o.Ä.) oder ein Zeitlimit (bis max. ein Jahr nach Studienabschluss o.ä.). Eine Liste von Firmen, die regelmässig Traineeprogramme anbieten, finden Sie beispielsweise bei Hobsons, Internships im Ausland bei interntown.

Praktikum oder Volontariat

Ein Praktikum wird zwar oft gar nicht oder schlecht bezahlt, dafür kann es ein gutes Sprungbrett sein. Es bietet die Gelegenheit, Branchenluft zu schnuppern und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Ein Volontariat dauert meist länger als ein Praktikum und wird in der Regel etwas besser bezahlt. Ein gutes Praktikums- oder Volontariatszeugnis kann sich auf der weiteren Stellensuche als sehr nützlich erweisen.

Befristete Stelle

Auch eine befristete Stelle kann einen guten Einstieg in die Berufswelt darstellen. Und wer weiss, was sich bis zum Auslauf des Vertrags alles ergeben kann.

Teilzeitstelle

  Auch aus Teilzeitstellen oder Nebenjobs können sich Möglichkeiten eröffnen. Nehmen Sie solche Tätigkeiten möglichst in Branchen oder Arbeitsgebieten an, in die Sie den Einstieg planen.

Existenzgründung

Sich selbständig machen ist eine weitere Möglichkeit für einen Berufseinstieg (Infos dazu folgen).

Eine Alternative zum Berufseinstieg: Weiterbildung

Weiterbildungen sind eine gute Sache. Gerade während einer Phase der Arbeitslosigkeit kann eine Weiterbildung (z.B. in Sprach- oder Computerkenntnissen) besonders sinnvoll sein, da längere „Lücken“ im Lebenslauf bei vielen Personalverantwortlichen ungern gesehen werden. Doch ist es bei der heutigen Flut an Weiterbildungsmöglichkeiten ratsam, sich zuerst genau über seinen Berufswunsch klar zu werden und mit der Weiterbildung gezielt fehlende bzw. für das entsprechende Berufsbild vorteilhafte Qualifikationen zu erwerben.
Für gewisse Berufe existiert ein Angebot an Aufbaustudiengängen oder Zusatzausbildungen. Die Portale www.ausbildung-weiterbildung.ch und www.alice.ch bieten eine gute Übersicht über berufliche Aus- und Weiterbildungen.