Sinnvoller Ausgleich zum Studium – Sport, soziale Kontakte und weitere Hobbies

Ablenkung vom Studium bedeutet nicht zwingend, dass dieses nicht konsequent betrieben werden kann. Im Gegenteil, es wird empfohlen, sich nicht nur auf die Universität zu konzentrieren, sondern auch auf das Privatleben und andere Aktivitäten.

Denn engagierte Studis sind häufig grossem Stress ausgesetzt. Besonders seit der Bologna-Konferenz hat die Belastung angehender Akademiker stark zugenommen. So sehr, dass manche bereits über Burnout-Erscheinungen klagen. Doch wie kommt es überhaupt zu Stress als Auslöser dieser Krankheit? Wie macht er sich bemerkbar und wie können Betroffene vorbeugen? Dies gilt es im ersten Kapitel zu erläutern. Hilfreich ist es, einen Ausgleich zum Studium zu schaffen, da das permanente Lernen und Studieren auf Dauer ebenfalls zu erhöhtem Stress führen kann. Durch eine richtige Freizeiteinteilung lässt sich dieses Risiko jedoch erheblich minimieren, weswegen hier einige Möglichkeiten des effektiven Studienausgleichs vorgestellt werden.



Das Bundesamt für Statistik beleuchtet die Prozesse der Reform näher.

1. Stress während des Studiums - Viele Prüfungen in kürzester Zeit
Bevor die Belastung im Kontext mit dem Studium näher beleuchtet werden kann, muss das Phänomen Stress vorgestellt werden. Folgender Artikel erläutert genau, wie dieser entsteht und welcher Zusammenhang zwischen Stress und der Diagnose Burnout besteht. Dort findet sich auch eine Definition zu diesem Zustand. Demnach ist Stress „ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, subjektiv zeitlich nahe und subjektiv lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint.“ Es kommt zu einem erheblichen Ungleichgewicht zwischen den persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten sowie den Anforderungen. Bezogen auf das Studium ist also von einerseits hohen Erwartungen und einem gestiegenen Leistungsdruck und andererseits mangelnder Freizeit zu sprechen. Aus diesem Grund ist dann von Stress zu sprechen, wenn die betroffene Person nicht in der Lage ist, einen geeigneten Ausgleich zu finden.

2. Ausgleichsmöglichkeiten zum Studium
Um vorzubeugen gilt es also, den richtigen Ausgleich zu finden. Daher wird empfohlen, die wenige Freizeit nicht zu Hause auf der Couch zu verbringen, sondern stattdessen aktiv zu gestalten. Hier ist Sport hilfreich, genauso wie die Pflege der sozialen Kontakte und andere, kreative Hobbies.

a. Sport
Körperliche Betätigung ist eine Form, um dem Stress vorzubeugen, denn auf diese Weise werden viele Endorphine ausgeschüttet. Ein weiterer Vorteil des Sports: Der Mensch tut seiner Seele und seinem Körper etwas Gutes, denn durch Erfolgserlebnisse steigt nicht nur die Motivation, sondern auch die Zufriedenheit mit sich selbst. Wohlbefinden ist demnach ein Aspekt, der Stress vorbeugt und durch Sport und Bewegung erzielt werden kann. Dazu gehört neben der Bewegung auch die richtige Ernährung, denn so wird nicht nur das Gehirn besser versorgt, sondern auch die Muskeln, die beim Sport beansprucht werden. Im Umgang mit Stress ist körperliche Betätigung also ein probates Mittel, zumal unter permanenter Belastung die Laune sinkt und Menschen zunehmend gereizt reagieren. Durch Sport kann dem entgegengewirkt werden.

  • Krafttraining
    Dabei muss nicht zwingend Geld für ein teures Fitnessstudio ausgegeben werden. Es gibt durchaus die Möglichkeit, privat zu trainieren und die gesteckten Trainingsziele zu erreichen. Einen Trainingsplan für zu Hause gibt diese Quelle wieder. Hier liegt der Focus auf einer Steigerung von Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglich. Das sind die vier wichtigsten Aspekte, die beim Krafttraining zu beachten sind. Relevant ist die richtige Ausführung, weswegen unbedingt Pläne und Bewegungsabläufe im Voraus zu studieren sind. Darüber hinaus sollten die Trainingseinheiten den gesamten Körper trainieren, um mögliche Fehlbelastungen zu vermeiden.
    Die Geräte, die für diese Trainingseinheiten benötigt werden, sind meist für geringe Beträge zu kaufen, ersparen den Gang ins Fitnessstudio sowie die monatlichen Gebühren, sodass auch Studenten, die etwas weniger Geld zur Verfügung haben, Muskeltraining betreiben können.
  • Mannschaftssport
    Sport im Team ist eine weitere Massnahme, um den Stress abzufangen. Der Vorteil ist nicht nur der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung innerhalb einer Sportmannschaft, sondern auch die Pflege der sozialen Kontakte, die für die Bewältigung von Stress von übergeordneter Bedeutung ist. Darüber hinaus erhöht der Sport innerhalb einer Gruppe das Pflichtbewusstsein, da die Spieler einer gewissen Rechenschaft ausgesetzt sind, falls sie Trainingseinheiten nicht besuchen.
    Gerade an Universitäten gibt es zahlreiche Mannschaften, die auch am regulären Spielbetrieb teilnehmen. Darüber hinaus gibt es häufig interne Universitätsligen im Fussball, Basketball oder auch Eishockey, sodass die Anforderungen und das Niveau nicht zu gross und Einsteiger willkommen sind.



Mannschaftssport stärkt das Kollektivgefühl und schafft ein vertrautes Umfeld, das einen sinnvollen Studienausgleich darstellt.
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b. Soziale Kontakte
Freunde und Bekannten helfen bei der Bewältigung des universitären Alltags. Einerseits durch die Unterstützung beim Lernen, beispielsweise anhand von Lerngruppen und andererseits schlicht aufgrund der Ablenkung von den Stressoren. Soziale Kontakte können bei aussergewöhnlichen und anstrengenden Situationen beruhigend wirken. Unmittelbar vor einer Prüfung ist es daher empfehlenswert, sich nicht alleine in der Wohnung aufzuhalten, sondern die Zeit mit Freunden zu verbringen. Das wirkt beruhigend und ist meist effektiver, als kurz davor noch einmal alle Themenaspekte durchzuarbeiten. Für Studenten, die erkennen, dass sie unter einem hohen Stresspotential leiden, gilt also, selbst die sozialen Kontakte zu pflegen. Das kann durch gemeinsame Abende an den Wochenenden oder Kaffeepausen zwischen Vorlesungen bereits getan werden.



Soziale Kontakte neben dem Studium helfen dabei, Stress zu verarbeiten.
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c. Kreative Hobbys
Durch kreative Hobbies kann der universitäre Alltag ebenfalls besser bewältigt werden. Diese schaffen Abwechslung und sorgen dafür, dass keine Langeweile entsteht. Künstlerisch begabte Studenten fördern beispielsweise ihre Konzentration durch die Arbeit mit Stift und Papier und können auf diese Weise dem Alltag entfliehen. Auch hier bieten Universitäten unterschiedliche Programme. Stellvertretend können Zeichenkurse oder auch andere Lehrgänge in Bildenden Künsten erwähnt werden. .

Auch die Musik ist in diesem Kontext relevant und bietet immer wieder Gelegenheit, abzuschalten und zu entspannen. Dabei ist es in erster Linie egal, ob es sich um die eigene Musik handelt oder schlicht um entspannende Töne aus dem Lautsprecher. Viele Universitäten bieten ausserdem Big Bands, Chöre sowie Orchester an, sodass musikalisches Talent noch vertieft werden kann. Oftmals gehören diese Orchester auch zum kulturellen Programm der Stadt und der Universität. Fakt ist, durch die richtige Musik können Studis dem Alltag entfliehen und reduzieren dadurch das Risiko, das Stress den Tagesablauf dominiert.

d. Entspannungsübungen
Eine klassische Form der Entspannungsübung ist die Meditation. Mentalpower.ch erklärt diese Art der Ruhe speziell für Einsteiger. Grundsätzlich gilt es, in stressigen Phasen zur Ruhe zu kommen und den Alltag auszublenden. Dies kann durch einfache Meditationstechniken erreicht werden. Eine richtige Meditation wirkt sich positiv auf den Körper aus und erlaubt, dass dieser psychische Spannungen ablegt und Ängste besiegen kann. Gerade in hektischen und stressigen Prüfungsphasen können häufig bessere Ergebnisse erzielt werden, wenn zwischen den Lerneinheiten eine Auszeit genommen wird. Hier eignen sich die unterschiedlichen Entspannungsübungen. Im fortgeschrittenen Stadium können die Meditationen zwischen 20 und 40 Minuten andauern. Diese Zeit wird genutzt, um abzuschalten und dem Alltagsstress zu entfliehen. .

Neben der Meditation gibt es auch die „Progressive Muskelentspannung“ nach Jacobson, bei welcher bestimmte Körperpartien an- und entspannt werden. Dies soll einerseits den Geist und andererseits die Körperwahrnehmung fördern. Ausserdem kann Unruhe unterbunden werden. So hilft es bei Nervosität, Herzklopfen oder Zittern. Gerade im Studium können die Übungen also einen doppelten Zweck erfüllen. Einerseits dienen sie der Entspannung der Person, andererseits können sie in stressigen Situationen wie Referaten, mündlichen Prüfungen oder Klausuren helfen. Diese Form der Entspannung wird häufig in der Verhaltenstherapie gegen Angststörungen eingesetzt. .

Auffällig ist die unterschiedliche Auffassung der Entspannung. Während manche Personen behaupten, dass diese in Form von Tätigkeiten wie Lesen, Walking oder Spazieren gehen erreicht werden kann, gehen die Befürworter um Jacobson davon aus, dass negative Anspannung auch durch Muskelkontraktion eintritt, welche bei der „Progressiven Muskelentspannung“ unterbunden werden kann.

3. Fazit
Durch den richtigen Ausgleich kann folglich Stress und damit ernstzunehmende psychische Probleme vorgebeugt werden. Gerade aufgrund der Umstellung im Zusammenhang mit der Bologna-Reform haben sich die Anforderungen an die Studenten drastisch erhöht. Diese sind einem stark verschulten System ausgesetzt, in welchem jede Zensur in die Endnote hineinzählt. Das hat einen permanenten Leistungsdruck zur Folge, dem sich nur Wenige entziehen können. Folglich steigen auch die psychischen Anforderungen und somit auch der Stress. Dieser Artikel hat diverse Möglichkeiten aufgezeigt, um dem Alltagsstress kurzzeitig zu entfliehen, denn ohne soziale Kontakte, Sport oder andere Hobbies lässt sich das Studium heute nur schwer überstehen. Dass der erhöhte Druck und der Stress bei Studenten immer häufiger zu psychischen Problemen führen kann, zeigt die Existenz sogenannter Notstellen für Studis, die sich auf diese Art der nervlichen Belastung spezialisiert haben und durch Not-Telefone versuchen, schlimmeres zu vermeiden.



Darstellung einiger Stresssymptome