Studenten vom Studium überfordert: Tipps für mehr Organisation im Alltag

Studierende müssen für ihre akademische Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität viel Zeit aufbringen. Besonders an den Fachhochschulen ist der Zeitaufwand hoch. Im Durchschnitt beschäftigt sich ein Student laut einer Studie der deutschen Universität Konstanz rund 31,6 Stunden in der Woche mit dem Studienfach. Das ist fast so viel, wie ein Berufstätiger in einem Vollzeitjob arbeitet. Ein gutes Zeitmanagement ist nötig – vor allem wenn der Studierende nebenbei noch arbeiten möchte.

Stundenplan und Organisation der Uni haben eine Teilschuld

Viele Studierenden fühlen sich vom Lernen, Arbeiten und Studieren überfordert. Die Unübersichtlichkeit der Studienorganisation mancher Fachbereiche erschwert dem Studenten die Navigation zwischen verpflichtenden und fakultativen Studienangeboten. Viele Studiengänge verlangen Multitasking und der Stundenplan ist häufig zerrüttet. Zwischen den einzelnen Seminaren und Vorlesungen hat der Student eine freie Zeit, die aber oft zu kurz ist, um den Lernstoff vor- oder nachzubereiten. Viele gehen, anstatt zu lernen, in die Mensa oder ins Cafe und surfen im Internet. Dass der Student nicht fähig ist, seine freie Zeit einzuteilen, liegt auch an der Universität, die Prüfungen am Semesterende stattfinden lässt. Dadurch fangen die meisten Studenten erst im Januar mit dem Lernen an.

Die einzelnen Fächer in einem Block über den ganzen Tag anzubieten, sei viel hilfreicher als zehn Fächer in kurzen Vorlesungen. Mit dieser Methode würde nach ein paar Wochen ein neues Fach beginnen. Dadurch bleibt der Student im Stoff.


Bild 1. Studenten fühlen sich überfordert und kommen mit dem Zeitmanagement nicht zurecht.

Persönliches Zeitmanagement

Auch der Student setzt sich unter Druck. Rund 70 Prozent der Studenten geben an, durch das Studium gestresst zu sein. Jeder Zweite fühlt sich laut der Umfrage des HIS-Instituts sogar beeinträchtigt. Das Wichtigste für den Studierenden ist eine klare Zieldefinierung, dazu gehört auch das:

  • Prioritäten setzen,
  • sich nicht alle Türen offen halten,
  • nicht jeden Nebenjob und jedes Praktikum annehmen,
  • Akzeptieren, dass nicht alle Erfahrungen notwendig sind,
  • das Gestalten des eigenen Lebensentwurfs.

Um die eigenen Ziele zu bestimmen, hilft es vielen Studenten sich mit Freunden und Familie auszutauschen und über die Frage „Was will ich eigentlich und wo will ich in den nächsten Jahren hin?“ zu reflektieren. Denn sobald die Antwort da ist, kann sich der Student unnötige Belastungen ersparen.

Zeitplan erstellen

Zudem sollte sich der Studierende einen Zeitplan für jede Woche erstellen, die einzelnen Termine für Vorlesungen und Übungen eintragen, und auch die privaten Termine festhalten. Darüber hinaus kann der Student in den Plan eingeben, wann und wo er lernen möchte. Sinnvoll ist ein Lernen in Themenblöcken von mehreren Stunden, die sich über den Tag hinweg abwechseln. Ein guter Zeitplan erleichtert das morgendliche Aufstehen, denn die Termine sind auf einem Blatt bereits für die ganze Woche definiert, ohne dass man etwas entscheiden muss. Der Student muss den Plan ernst nehmen und seinen inneren Schweinehund überwinden, damit er sich die Ausreden sparen kann. Die Erwartungshaltung sollte bei der Planung nicht zu hoch geschraubt werden. Denn in den seltensten Fällen kann man beim Lernen 100 Prozent Leistung erbringen.


Bild 2: Ein guter Zeitplan ist das A und O für Studenten

Auszeiten nehmen

Auszeiten und Ruhephasen gehören ebenso zur Planung. Viele Studenten verfahren nach dem gleichen Schema und setzen sich drei Tage ohne Unterbrechung an den Rechner, um die Hausarbeit fertig zu schreiben. Das ist nicht vorteilhaft. Die Qualität leidet unter dem Druck und dem Strom an Informationen im Kopf. Wer Wochen später die Arbeit liest, erschrickt über die vielen Fehler. Ein Abstand ist wichtig. So gewinnt der Student neue Einblicke, wenn er sich die Arbeit danach wieder vornimmt. Natürlich dürfen die Studierenden auch Party machen. Das gehört zum Studium und zur Sozialisation dazu. Der Anschluss zu anderen Studenten ist wichtig, da er später wichtige Kontakte ermöglicht.

Organisation von Unterrichtsmaterialien

Für ein gutes Zeitmanagement benötigt es eine gute Organisation der Unterrichtsmaterialien. Diese sollte sich der Student nicht erst am Tag vor der Prüfung besorgen, sondern den Lernstoff rechtzeitig in Bibliotheken und Kopierläden abholen. Das kostet Zeit. Viele Universitäten laden die Texte und Unterrichtsmaterialien mittlerweile auf einen Server hoch. Diese kann der Student über das Netzwerk herunterladen und direkt ausdrucken. Bei mehreren hundert Seiten lohnt sich die Anschaffung eines Druckers. Da jedoch Patronen oder Toner auf Dauer ziemlich ins Geld gehen können, empfiehlt sich alternativ die Nutzung von Refill-Varianten, die im Internet angeboten werden. Dabei handelt es sich um Toner, die neu mit Tonerpulver befüllt werden und aus diesem Grund günstiger angeboten werden können. Zudem ist diese Variante umweltschonender als der ständige Kauf von teuren Originalprodukten.

Zeitmanagement mit Hilfe von aussen

Wenn man als Studierender das Gefühl hat, dem Zeitmanagement nicht gewachsen zu sein, kann man sich Hilfe von aussen einholen, zum Beispiel über einen Kurs zu diesem Thema. Dieser wird meistens von der Universität angeboten. Auch ein Besuch bei der psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks hilft weiter. Alles, was man dort bespricht, bleibt im Raum. Auf Wunsch kann der Besuch anonym erfolgen.

Die grössten Zeitfresser für Studenten

Bild 3: Studenten verschwenden ihre Zeit unbewusst – Zeitfresser sollte man vermeiden

Für jeden Studenten ist es interessant zu wissen, welches die grössten Zeitkiller sind, damit er sein Zeitmanagement in Zukunft besser planen kann:

  • Mentale Faktoren wie Konzentrationsmangel, Langeweile, Selbstüberschätzung,
  • Unstrukturiertheit mangels definierter Zeiten und Orte und Unpünktlichkeit,
  • Unklarheit bei studentischen Arbeiten, der Student befindet sich in der Sackgasse,
  • Unübersichtlichkeit durch fehlende Studienpläne und Fehlplanungen,
  • Multimedia-Kompetenz kann ablenken und die Lerneffizienz herabsetzen, sie ist zeitaufwendig, wenn sie unüberlegt eingesetzt wird,
  • Unentschiedenheit was die Studienziele angeht – Master oder Diplom, der Bachelor oder welcher Schwerpunkt,
  • Ablenkung durch Handy und Soziale Netzwerke.

Wer Zeitfresser vermeidet und sein Studium sowie die Arbeitszeit genau plant, dürfte trotz der hohen Anforderungen, die das Studienfach stellt, keine Probleme haben.

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