Die rechtlichen Regeln bei Ferien

Planst auch Du bereits Deine Ferien und träumst schon davon, wo und wie du in diesem Jahr deiner wohlverdienten Erholung nachgehst? Im Idealfall ist es sicher kein Problem, Deine Ferienzeiten im guten Einvernehmen mit Deinem Arbeitgeber zu vereinbaren und es ergeben sich keine weiteren Probleme. Damit Du und Dein Arbeitgeber aber dennoch Bescheid wissen, wie die rechtlichen Leitplanken aussehen, haben wir die wichtigsten und am häufigsten diskutierten Punkte hier kurz zusammengefasst.

Ferien muss man normalerweise im Verlauf des betreffenden Jahres beziehen, und zwar so, dass wenigstens zwei Ferienwochen zusammenhängen. Man kann auch gelegentlich einzelne Ferientage einschieben, z.B. vor und nach Feiertagen. Wenn ein Gesamt- oder Normalarbeitsvertrag gilt, ist dieser ebenfalls zu berücksichtigen.

Regelungen über Ferien findest Du im OR Art. 329a ff. Der Arbeitgeber hat den Angestellten für die Ferien den gesamten darauf entfallenden Lohn und eine angemessene Entschädigung für ausfallenden Naturallohn zu bezahlen.

Es ist zu empfehlen, dass Du Ferien rechtzeitig zusammen mit dem Arbeitgeber planst. Wenn es um den Zeitpunkt der Ferien geht, hat der Arbeitgeber das letzte Wort. Hingegen haben Mitarbeitende das Recht, rechtzeitig über die Ferienplanung informiert zu werden, nach Ansicht der Juristen etwa drei Monate vorher. Die Unternehmensleitung sollte zwar auf die Wünsche der Angestellten Rücksicht nehmen, ist aber nur soweit dazu verpflichtet, wie dies mit den Interessen der Organisation und dem Arbeitsablauf im Betrieb vereinbar ist.

Im Zweifelsfall gehen die Interessen des Arbeitgebers vor. Wenn es notwendig ist, kann der Arbeitgeber Dich aus den Ferien zurückrufen. Dann hast Du das Recht, die ausgefallenen Ferientage später zu beziehen.

Ferienlohn bei unregelmässiger Arbeitzeit

Teilzeitarbeitende haben das Recht auf mindestens vier Wochen Ferien sowie auf den gesamten darauf entfallenden Lohn einschliesslich Entschädigung für entgangenen Naturallohn. Es ist unzulässig, die Ferien proportional zur Arbeitszeit zu kürzen.

Im Prinzip dürfen die Ferien während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleistungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden. Das Abgeltungsverbot gehört zu den zwingenden Vorschriften des OR.

Trotzdem ergeben sich in bestimmten Fällen, besonders bei unregelmässiger Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten, immer wieder Schwierigkeiten. Diese haben die Gerichte verschiedener Kantone veranlasst, Vereinbarungen über die Abgeltung der Ferien durch Geldleistungen ausnahmsweise als gültig zu betrachten. Das Bundesgericht hat sich dieser Praxis angeschlossen.

Voraussetzung ist aber, dass sowohl aus dem Vertrag wie aus den periodischen Lohnabrechnungen klar hervorgeht, welcher Teil des Lohnbetrages zur Abgeltung des Ferienanspruchs bestimmt ist. Die blosse Vereinbarung, der Ferienlohn sei im vereinbarten Arbeitslohn inbegriffen, genügt nicht. Diese Grundsätze gelten auch dann, wenn unbestritten oder bewiesen ist, dass jemand tatsächlich Ferien bezogen hat.

Erholungszweck der Ferien

Ferien sind zur Erholung da, das müssen Arbeitgeber und Angestellte berücksichtigen. Nach OR Art. 328 und Arbeitsgesetz hat der Arbeitgeber auch Verantwortung für die Gesundheit seiner Angestellten.

Andererseits darfst Du als Angestellte nicht ohne weiteres während der Ferien entgeltliche Arbeit für einen Dritten leisten. Werden dadurch die berechtigten Interessen des Arbeitgebers verletzt, so kann dieser den Ferienlohn verweigern und bereits bezahlten Ferienlohn zurückverlangen.

Ferienkürzung

Der Arbeitgeber kann die Ferien kürzen, wenn ein Angestellter durch sein Verschulden insgesamt mehr als einen Monat an der Arbeitsleistung verhindert ist, und zwar für jeden Monat der Abwesenheit um einen Zwölftel.

Wenn ein Mitarbeitender nicht mehr als einen Monat im Jahr unverschuldet fehlt, z.B. wegen Krankheit, Unfall, Erfüllung gesetzlicher Pflichten, dürfen die Ferien nicht verkürzt werden. Bei Schwangerschaft und Niederkunft ist eine Kürzung erst nach zwei Monaten Abwesenheit möglich.

Ferien im laufenden Jahr beziehen
Die in einem Jahr zu beanspruchenden Ferien sollte der Arbeitgeber innerhalb des Jahres gewähren. Wenn dies ausnahmsweise nicht klappt, kannst Du die ausstehenden Ferien im nächsten Jahr beziehen. Ferienansprüche verjähren nach fünf Jahren.

Nach der Kündigung solltest Du ausstehende Ferien noch vor dem Austritt aus dem Unternehmen beziehen. Für ein unvollständiges Arbeitsjahr werden Ferien proportional berechnet. Wenn der Ferienbezug nicht möglich ist, hast Du das Recht, für die Dir zustehenden Ferien einen entsprechenden Geldbetrag zu erhalten. Zusätzlich hast Du nach der Kündigung das Recht auf Freizeit für die Stellensuche. Diese gilt nicht als Ferien.

Verlorene Ferientage durch Krankheit oder Katastrophen
Nach OR Art. 324a muss der Arbeitgeber verlorene Arbeitstage nur dann bezahlen, wenn der Arbeitnehmer «aus Gründen, die in seiner Person liegen», an der Arbeitsleistung verhindert ist. Bei Krankheiten oder Unfällen während der Ferien ist Erholung nicht mehr möglich. Du hast das Recht, die verlorenen Tage später zu beziehen.

Witterungsverhältnisse, Naturkatastrophen und dergleichen sind hingegen objektive Gründe. Wenn solches während der Ferien passiert und Du deswegen zu spät zurückkehrst, liegt das Risiko bei Dir. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber die betreffende Zeit nicht bezahlen muss. Er kann sie als Ferientage anrechnen oder einen entsprechenden Lohnabzug machen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Tage mit Überstunden zu kompensieren.

Deine Checkliste für Ferien ohne Probleme