Student und Freelancer – Die Brücke zwischen Studium und Arbeitsleben

Des Leben wird stets teurer – zu spüren bekommen das nicht zuletzt auch wir Studenten. Um sich das Leben als Akademiker leisten zu können, müssen sich Studenten meist neben dem Studium um einen Job bemühen. Das ist oftmals nicht gerade einfach, bleibt doch aufgrund der Umstellung auf den Bachelor und Master, kaum Zeit sich neben dem Studium nach Arbeit umzuschauen – geschweige denn zu arbeiten.

von Anja Wolfmaier

Die klassischen Jobs für Studenten sind daher zeitlich auf die Semesterferien beschränkt. Doch viel schöner wäre doch, wenn das Geld auch während dem Semester auf dem Konto erscheint. Daher schauen sich immer mehr Studenten nach alternativen Jobmöglichkeiten um. Eine Möglichkeit, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreut, ist die Heimarbeit. Bekannt dürfte wohl aber eher der Begriff Freelancer sein. Jedoch birgt diese Finanzierungsmöglichkeit auch einige Risiken.

Die Heimarbeit ist aufregend, jedoch kann sich mit ihr nicht auf ein geregeltes Einkommen oder einen herkömmlichen acht Stunden-Tag verlassen werden. Wer von zu Hause aus arbeiten möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass vor allem Selbstdiziplin und Flexibilität die ausschlaggebenden Stärken sind, die ein Freelancer mit sich bringen muss.

Flexibilität als Stärke
Der wohl grösste Vorteil von freiberuflicher Arbeit ist die freie Zeiteinteilung. Ist der Student als Freelancer etabliert, kommt der weitere Vorteil dazu, dass die Kunden selbst ausgesucht werden können. Das klingt gut – zu gut?

Die freie Zeiteinteilung ist eingeschränkt, sind doch dennoch Deadlines zu berücksichtigen. Bei schlechter Planung leidet eventuell das Studium. Daher kommt die Eigendisziplin ins Spiel. Auch, wenn es scheint, dass die Freelancer-Arbeit frei ausgeübt werden kann, so ist dennoch ein Zeitplan empfehlenswert, um beides – Studium und Beruf – unter einen Hut zu bekommen.

Wer jedoch dabei Schwierigkeiten hat, kann sich selbst ins eigene Fleisch schneiden. Denn Freiberufler sind auf die gute Reputation sowie auf den Aufbau einer Kundschaft angewiesen, um finanziell gut situiert zu sein und spannende Projekte an Land ziehen zu können. Fast noch wichtiger ist jedoch die Zukunftsperspektive: Etabliert sich ein Student bereits im Studium als zuverlässlicher Freelancer, kann diese Arbeitsform auch nach dem Studium in Selbstständigkeit weitergeführt werden. Und auch für die Jobsuche als Festangestellter ist ein breites Portfolio nur von Vorteil.

Gut überlegt.
Die Arbeit als freier Mitarbeiter kann sich durchaus für Studenten lohnen. Wichtig ist aber, dass auch an die entsprechende Vorbereitung gedacht wird. Dadurch lassen sich einige typische Fehler von Anbeginn vermeiden. Folgende Überlegungen sind dabei hilfreich:

  • Wie viel Zeit darf die Arbeit neben dem Studium in Anspruch nehmen?
    Nicht zu vergessen ist bei all dem Tatendrang, dass der primäre Fokus auf dem Studium liegen sollte. Es gilt realistisch einzuschätzen, welche Zeit nebenher für die Arbeit entbehrt werden kann.
  • Wie viel ist meine Leistung tatsächlich wert?
    Der Branchendurchschnitt gibt eine gute Einschätzung darüber, was sich mit der Freelancer-Arbeit verdienen lässt. Als Anfänger sollte man jedoch etwas unter dem Durchschnitt liegen, nicht jedoch für umsonst arbieten. Es gilt einen angemessenen Preis zu verlangen.
  • Wo finde ich Kunden und Auftraggeber?
    Im Vorfeld ist es stets gut bereits einige Kontakte zu knüpfen oder auch in Alumni-Portalen nach potentiellen Auftraggebern umzuschauen.
  • Was biete ich an?
    Häufig ist jemand in etwas bestimmten enorm gut. Es gilt herauszufinden, was genau dieses ist und wie diese Leistung für die Kunden anzubieten ist.
  • Wie mache ich die Öffentlichkeit auf mich aufmerksam?
    Eine Homepage sollte auf jeden Fall vor dem Start als Freelancer online gehen. Denn so können potentielle Kunden in Kontakt treten und sich einen Eindruck von den Arbeit verschaffen.
  • Wie wird meine Leistung versteuert?
    Im Vorfeld sollte selbstverständlich mit dem Finanzamt abgeklärt werden, ob die angebotenen Leistungen als Freiberufler gelten. Manche Bereiche erfordern eine Gewerbeanmeldung. Darüber hinaus wird auch von einem Freiberufler eine gutgeführte Buchhaltung erwartet. Das ist leichter,  wenn gleich zu Beginn daran gedacht wird.