Absagen auf Bewerbungen: 10 Tipps gegen den Frust

Fast jeder erhält mal eine Absage auf eine Bewerbung. Trotzdem kann das ziemlich frustrierend sein. Wir haben zehn Tipps für euch, wie ihr am besten mit dem Frust umgehen könnt.

von Career Services der Universität Zürich

1. Bewerbungsunterlagen optimieren

Hinterfragen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen kritisch. Ist Ihr CV wirklich informativ,
übersichtlich und klar strukturiert? Haben Sie Ihre Eigenschaften und Qualifikationen, die Sie
für den Arbeitgeber interessant machen, herausgestrichen? Sind Ihr CV und
Motivationsschreiben auf das Unternehmen ausgerichtet?

2. Persönliches Auftreten trainieren

Verhalten Sie sich an Bewerbungsgesprächen sicher und souverän und können sich positiv
darstellen? Strahlen Sie die Gelassenheit aus, die für die Position nötig ist? Wirken Sie
leistungsfähig und sozial kompetent? Die Career Services der Universität Zürich bieten
Bewerbungsinterview-Workshops an, in denen Sie Ihr persönliches Auftreten gezielt üben
können.

3. Absagen hinterfragen

Seien Sie ganz ehrlich mit sich selbst und überlegen Sie sich, weshalb Sie eine Absage
erhalten haben. Stimmten Ihre Motivation, Glaubwürdigkeit und Ihr Auftreten? Passten Ihr
Profil, Ihre Qualifikation, Ihre Fähigkeiten und Ihr Charakter zur Stelle? Im Zweifelsfall
unbedingt nachfassen und nach den Gründen fragen: per E-Mail oder Telefon, aber stets
souverän und freundlich bleiben!

4. Sein eigenes Inventar kennen

Bewerben Sie sich auf „realistische“ Stellen, d.h. solche, die Ihren Qualifikationen
entsprechen und auf Ihre Interessen abgestimmt sind. Es lohnt sich, die eigenen Interessen,
Fähigkeiten, Werte und Ziele für sich genau zu definieren und zu hinterfragen. Auch hierbei
helfen Ihnen die Career Services der Universität Zürich mit Standortbestimmungs-
Workshops.

5. Bewerbungsstrategien ausbauen

Bewerben auf Stellenanzeigen, Initiativbewerbungen schreiben, Recruitingveranstaltungen
und Firmenmessen besuchen, den Einstieg über eine Teilzeitstelle oder ein Praktikum
versuchen (kann ein gutes Sprungbrett sein), Personalberater einschalten, sich beim RAV
melden, Networken, auch mit Leuten sprechen, von denen Sie gar nicht denken, dass sie
Ihnen helfen können.

6. Falschen Aktionismus vermeiden

Statt Massenversände sollten Sie nur sinnvoll ausgewählte Firmen anschreiben und gute,
individuelle Bewerbungen verschicken. Vorsicht bei beruflichen Tätigkeiten (wie Service oder
Callcenter), die nichts mit dem angestrebten Berufsziel zu tun haben.

7. Geheimtipp „Informelle Interviews“

Das „Informelle Interview“ (oder „Informationsinterview“) ist eine Schlüsselstrategie zur
Bildung eines Netzwerks und zum Erkennen von Karrieremöglichkeiten. Es geht dabei nicht
um einen konkreten Job sondern darum, Informationen zu erhalten von Leuten, die in Ihrem
Wunschberuf arbeiten, und von deren beruflichen Erfahrungen und Kontakten zu profitieren.
Und so gehts:
• Erstellen Sie eine Liste von Leuten, die in dem Arbeitsfeld arbeitet, das Sie interessiert.
Das können Freunde und Bekannte, Freunde von Freunden, Verwandt,
Familienmitglieder, Alumni sein, aber auch Personen, die Sie noch nicht kennen (die
Erfahrung zeigt, dass Leute allgemein gerne bereit sind, Auskunft zu geben).
• Kontaktieren Sie die Leute (E-Mail-Anfragen empfehlen sich) und vereinbaren Sie einen
Termin für ein Gespräch. Dieses findet im Idealfall persönlich (oder am Telefon) statt.
Wichtig dabei ist 1. sogleich klarzustellen, dass man Informationen und Ratschläge
sammelt, und nicht um eine Stelle bittet, und 2. ein Gespräch von nicht mehr als 20-30
Minuten vorzuschlagen.
• Im Gespräch selbst stellen Sie sich dann kurz vor und schildern Ihr Anliegen. Fordern Sie
danach Ihren Gesprächspartner auf, von sich zu erzählen und stellen Sie Fragen.
• Setzen Sie sich zum Ziel, am Ende des Gesprächs nach weiteren Kontaktpersonen (und
Informationsquellen) zu fragen, so dass jedes Gespräch zu neuen Kontakten führt.
• Nach dem Gespräch unbedingt eine Dankesmail schreiben! Weitere Informationen unter
http://www.careerservices.uzh.ch/studierende/ratgeber/Strategie/Interview.html

8. Einen Wochenplan erstellen

Reservieren Sie sich z.B. drei Tage pro Woche für Bewerbungen, in denen Sie die Zeitungen
und Internetportale durchforsten, Motivationsschreiben verfassen, Ihr Netzwerk pflegen und
ausbauen etc. Nehmen Sie sich ein realistisches Pensum vor und vergessen Sie nicht, sich
Freiräume zu schaffen, in denen Sie bewusst andere Dinge tun.

9. Strategien gegen den Frust entwickeln

• Verdrängen Sie den Frust nicht, sondern setzen Sie sich konkret mit ihm auseinander:
Schreiben Sie einmal detailliert auf, was Sie genau frustriert und welche Auswirkungen
der Frust bereits auf Sie und Ihre Aktivitäten ausübt.
• Sorgen Sie für Erfolgserlebnisse in anderen Bereichen (Familie, Sport, Hobby etc.).
• Tauschen Sie sich mit anderen Leuten aus: mit Personen, die zurzeit ebenfalls auf
Stellensuche sind (Geteiltes Leid ist halbes Leid), aber auch mit Freunden, die Ihnen
zuhören, Sie aufmuntern oder auf andere Gedanken bringen können.
• Reagieren Sie sich beim Sport ab.

10. Sich nicht entmutigen lassen

• Geben Sie nicht auf und versuchen Sie es erneut, immer und immer wieder. Ihre Zeit wird
kommen, bestimmt.
• Klären Sie in einem Beratungsgespräch bei den Career Services, der Psychologischen
Beratungsstelle (PBS) oder der Berufsberatung (BIZ) noch mal das Berufsziel und die
Schritte zur Erreichung des Zieles. Manchmal dauert es 1-3 Jahre nach dem Abschluss
bis man die erste Zielstelle findet.
• Passen Sie allenfalls zu hohe Erwartungen an.
• Schauen Sie der Realität ins Auge: Die Arbeitsmarktsituation ist derzeit so schlecht wie
schon lange nicht mehr. Die Zeiten werden aber wieder besser.
• Seien Sie geduldig. Krisenzeit hin oder her: Gute Leute finden eine Stelle. Es dauert
einfach länger.
• Versuchen Sie, Absagen nicht zu persönlich zu nehmen. Das ist einfacher gesagt, als
getan. Aber es gibt zahlreiche Gründe, die nichts mit Ihrer Person zu tun haben, weshalb
sich eine Firma nicht für Sie entschieden hat: interne Bewerber werden bevorzugt,
jemand anderer hatte in dem Fall das noch passendere Profil etc. Zudem: Eine
Entscheidung wird nie nur durch rationale Faktoren beeinflusst.
• Wichtig ist es auch, die Konkurrenz auszuhalten und sich dem Konkurrieren zu stellen.
Ungünstig ist ein ‚sich Zurückziehen’ von den Peers. Falls dies passieren sollte, kann es
hilfreich sein, die schwierig aushaltbaren Gefühle, die im Konkurrenzkampf aufkommen
(z.B. Neid oder Minderwertigkeitsgefühle), mit einem Coach zu besprechen. Die PBS
vermittelt auch nach dem Studium Adressen von Fachpersonen hierfür.
• Ebenso kann man mit einem Coaching aushalten lernen, nach dem Studium nochmals
‚Anfänger’ zu sein. Das ist eine ziemliche Kränkung, aus der man gestärkt herausgehen
kann, wenn man sich den eigenen Unsicherheiten und Ängsten stellt.
• Versuchen Sie, positiv zu denken und standhaft zu bleiben. Das wird man Ihnen in einem
Bewerbungsgespräch ansehen und verschafft Ihnen Vorteile gegenüber anderen.
• Haben Sie nebst dem Vertrauen in sich selbst auch Vertrauen auf Ihr eigenes Glück: Eine
Stelle zu erhalten braucht auch ein Quäntchen Glück. Bis jetzt kam dies offensichtlich
anderen zu, irgendwann wird das Glück auf Ihrer Seite stehen.
• Bleiben Sie von Ihrem bisherigen Lebensweg überzeugt. „Hätte ich doch“-Gedanken
bringen Sie jetzt nicht weiter. Es gibt gute Gründe für Ihre früheren Entscheidungen, auch
wenn Sie diese momentan vielleicht nicht sehen.