Duales Studium: Neue Karrierechancen in nachhaltigen Unternehmen

Mit der Harmonisierung und gegenseitigen Anerkennung von Studiengängen in Europa im Zuge der Bologna-Reform sind nicht nur Bachelor und Master weit verbreitet - auch unterschiedliche Studiengänge und Studienkonzepte verbreiten sich seitdem über Landesgrenzen hinaus. Ein Beispiel dafür ist das duale Studium, mit dessen Einrichtung immer mehr EU-Länder liebäugeln. Die Hoffnung: Das praxisnahe Studium soll dringend benötigtem, gut qualifiziertem Nachwuchs einen schnelleren Weg in die Arbeitswelt eröffnen.

Duales Studium - was ist das?

Die Idee hinter dem dualen Studium ist bestechend einfach: Die Vorteile einer Hochschul- oder Fachhochschulausbildung verbinden sich mit den Vorteilen eines größeren Praxisblocks in einem Unternehmen oder einer Berufsschulausbildung. Demzufolge unterscheidet man verschiedenen Studienvarianten: Im ausbildungsintegrierenden dualen Studium verbinden sich Bachelor-Studium und Berufsausbildung, Ziel sind zwei Abschlüsse. Ausschließlich den Bachelor-Abschluss strebt das praxisintegrierende duale Studium an, das ein reguläres Studium mit einem Langzeitpraktikum verbindet. Eher an Personen, die bereits im Berufsleben stehen, richtet sich das berufsbegleitende Studium. Voraussetzung zur Teilnahme an diesen Studienvarianten ist im Allgemeinen die Fachhochschulreife bzw. allgemeine Hochschulreife.

In der Schweiz ist das duale Studium noch ein Novum, Im Rahmen einer seit 2015 laufenden Pilotphase ist es möglich, an einigen Hochschulen ein praxisintegrierendes duales Studium zu absolvieren. Voraussetzung dafür ist die Matura sowie ein gültiger Arbeitsvertrag mit einem kooperierenden Unternehmen. Das sonst obligatorische Praxisjahr vor Beginn eines Fachhochschulstudiums entfällt dabei. Während der 3-jährigen Pilotphase sollen grundsätzlich alle Schweizer Fachhochschulen die Möglichkeit erhalten, duale Studiengänge anzubieten -vorerst allerdings nur in den sogenannten MINT-Fächern.

Kosten und möglicher Verdienst im dualen Studium

Im Idealfall verbindet ein duales Studium nicht nur Theorie und Praxis auf unkomplizierte Weise, es beantwortet auch die Frage der Studienfinanzierung. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz sind Studiengebühren üblich, die von den Hochschulen selbst festgelegt werden können und dementsprechend stark schwanken. In vielen Fällen übernehmen die Unternehmen, in denen der praktische Teil der Ausbildung absolviert wird, die Studiengebühren teilweise oder vollständig. Weitere Kosten wie die für eine Unterkunft am Studienort, Fahrtkosten usw. können ebenfalls von Unternehmen übernommen oder bezuschusst werden. Alternativ liegt die Ausbildungsvergütung der Unternehmen bzw. das Gehalt in der Praxisphase so hoch, dass Studierende die Studienkosten aus eigener Tasche finanzieren können. Die Höhe der Vergütung legen die kooperierenden Unternehmen in Eigenregie fest. Sie schwankt daher oftmals zwischen 400 und mehr als 1.000 Euro pro Monat.

Mögliche Studienorte

In der Schweiz wird das duale Studium derzeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) angeboten - allerdings nur in Form eines praxisintegrierenden dualen Studiums. Zu den Studienorten zählen hier beispielsweise Winterthur und Zürich. Wer zwei Abschlüsse anstrebt und gern ein ausbildungsintegrierendes duales Studium absolvieren möchte, kann sich z.B. einen Ausbildungsvertrag bei einem Schweizer Unternehmen sichern und den Theorieteil an einer (relativ grenznahen) deutschen Hochschule absolvieren.

Duales Studium im nachhaltigen Sektor?

Besonders das Thema Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren an Relevanz gewonnen, was sich auch in Studien- und Ausbildungsangeboten niederschlägt. Wer sich expliziert für nachhaltige Themen im Studium interessiert, kann sich beispielsweise für Studiengänge wie Management nachhaltiger Energien einschreiben oder sich im Rahmen eines Studiums der
- Tourismuswirtschaft
- Betriebswirtschaft
- Energie- und Umwelttechnik
- Maschinentechnik usw.
auf nachhaltige Themen fokussieren.

Ein duales Studium im nachhaltigen Sektor kann aber auch bedeuten, den Praxisteil der Ausbildung in einem Unternehmen zu absolvieren, das großen Wert auf nachhaltiges Handeln und Denken legt. Ein gutes Beispiel ist der nachhaltige B2B-Händler KAISER+KRAFT. Junge Menschen können sich hier in Fachrichtungen wie Handel, Consulting, Logistikmanagement oder Wirtschaftsinformatik ausbilden lassen und erhalten im Rahmen des dualen Studiums, das in Stuttgart absolviert wird, einen Bachelor-Titel.

Duales Studium: Interessante Option für ein praxisnahes Studium

Auch wenn es in der Schweiz zunächst nur im Rahmen einer Pilotphase belegt werden kann, ist das duale Studium eine interessante Option für junge Menschen, denen ein reines Hochschulstudium zu theoretisch und eine klassische Ausbildung zu wenig sind. Das sehr praxisnahe Studium weckt übrigens auch bei zahlreichen Unternehmen Interesse - schließlich erlaubt das Studium, frisch erworbenes Fachwissen direkt in der Praxis umzusetzen und talentierte Mitarbeiter bereits in der Studienphase für ein Unternehmen zu rekrutieren.