Professionelle Hilfe schon beim Karrierestart?

Sie bewegen sich beinahe unsichtbar durch die Geschäftswelt, immer bemüht, nützliche Kontakte zu knüpfen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Fast jeder hat schon einmal von ihnen gehört, doch nur wenige hatten tatsächlich schon Kontakt zu einem. Das ist auch gewollt, denn sie finden lieber, als selbst gefunden zu werden. Die Rede ist von Personaldienstleistern, oft bekannter unter der Berufsbezeichnung Headhunter, deren Branche nach wie vor ein mysteriöses Image anhaftet. Hinter vorgehaltenen Händen wird von utopischen Provisionen und zähen Verhandlungen um Jahresgehälter in Millionenhöhe getuschelt. So viel zum Klischee.

Berater der Eliten?

Hartnäckig hält sich die Überzeugung, Headhunter und Personalberater seien nur auf der Suche nach den ganz großen Fischen und würden ihren Arbeitsalltag vor allem damit verbringen, Nachfolger für leer werdende Büros in den Vorstandsetagen von Großkonzernen zu finden. Das entspricht aber nur zu einem geringen Teil der Realität. Da die Branche fast ausschließlich auf Provisionsbasis arbeitet, lässt sich natürlich nicht abstreiten, dass die besonders lukrativen Aufträge, die übrigens unter den Begriff „Executive Search” fallen, sehr begehrt sind. „Executive Search” beschreibt in diesem Zusammenhang nicht nur die Besetzung einer Entscheidungsposition, sondern auch das Verfahren der Direktansprache. Geeignete Kandidaten für diese Positionen, die möglichst genau dem Anforderungsprofil der Auftraggeber entsprechen, befinden sich in den seltensten Fällen gerade auf Arbeitssuche. Der Headhunter muss also zunächst passende Kandidaten für die Stelle ausfindig machen, sie diskret ansprechen und in einer Vermittlerrolle gegebenenfalls die Bedingungen für einen Firmenwechsel zwischen Auftraggeber und potentieller Führungskraft aushandeln – eine Aufgabe, die viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis erfordert.

Headhunter suchen auch Nachwuchs

An dieser Stelle muss jedoch gesagt werden, dass das Tagesgeschäft in den meisten Agenturen zu einem Großteil mit der Personalsuche für Positionen im mittleren Management bestritten wird, für die Anzeigen auf einschlägig bekannten Seiten wie Experteer geschaltet werden.
Außerdem konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass einige Personalagenturen bereits Kontakte zu vielversprechenden jungen Talenten knüpfen. Vor allem Studenten und Absolventen, die bereits eng mit Professoren zusammengearbeitet haben oder während ihrer Praktika in Großunternehmen besonders positiv aufgefallen sind, haben die Chance von einem Personalberater angesprochen und bei ihrem Berufsstart unterstützt zu werden.

Option Karriereberatung

Interessant für Universitätsabsolventen dürfte auch sein, dass viele der Personalagenturen zusätzlich zu ihrer Vermittlungstätigkeit auch Karriereberatungen anbieten. Diese sind zwar nicht kostenlos, können aber gerade Unentschlossenen eine wertvolle Hilfestellung für ihren Karriereweg bieten. Der Berater nimmt hier über mehrere Sitzungen eine umfassende Analyse der Persönlichkeit und fachlichen Fähigkeiten des Bewerbers vor und unterstützt ihn auf Grundlage der anschließenden detaillierten Auswertung bei der Entscheidung für einen passenden Berufsweg.

Unabhängig davon, in welcher Situation der Kontakt zu einem Headhunter zustande kommt, ist es immer wichtig, sich nach dem Ruf der Personalagentur zu erkundigen und Wert auf langjährige Erfahrung und eine gewisse Branchenbekanntheit zu legen.