Schlechte Stimmung?

Einfluss auf eure Gefühle bedeutet auch Einfluss auf eure Stimmungen. Diese wirken sich auf Wohlbefinden und Denkfähigkeit aus. Bei Schmerzpatienten etwa besteht ein enger Zusammenhang zwischen Stimmung und Intensität des gefühlten Schmerzes — schlechte Stimmung führt zu verstärktem Schmerzempfinden. Es dürfte folglich interessant sein zu lernen, die eigene Stimmung gezielt positiv zu beeinflussen.

Aktive Gegenmassnahmen

Dabei geht es nicht darum, schlechte Stimmungen und Gefühle abzuschaffen. Sie sind wie Schmerz wichtige Hinweisgeber des Körpers darauf, dass etwas nicht stimmt. Es wäre gefährlich, auf diese Signale verzichten zu wollen. Negative Gefühle können helfen, Erfahrungen zu verarbeiten (z. B. Trauer) und aus ihnen zu lernen (z. B.  Enttäuschung nach Misserfolg). Sie können schlechte Gestimmtheit aber auch als Impuls aufgreifen, um aktiv dafür zu sorgen, dass es Ihnen wieder besser geht. Wenn Du dies üben möchtest, werden dir die Aufzeichnungen eines Gefühlsprotokolls helfen. Es zeigt dir, welche Umstände und Handlungen welche Gefühle bei dir auslösen, was deine Stimmung hebt oder verschlechtert. Bleibt nur noch der nächste Schritt zu tun: deine Zeit und Tätigkeiten bewusst so zu gestalten,  dass sich Belastung und beglückende, Kraft spendende Momente die Waage halten.

Ein Plus auf dem Glückskonto

Vermutlich wünschst auch du dir, dass auf dein Bankkonto mindestens so viel eingezahlt wird, wie du ausgibst. In der Summe sollten schwarze Zahlen dastehen. Ähnlich ist es bei Gefühlen. Der Körper strebt nach Wohlbefinden. Er registriert, was passiert, und bewertet es. Was dabei von deinem Organismus als Plus auf deinem Energie- und Glückskonto angesehen wird, kannst du am besten selbst herausfinden. Ein Protokoll hilft dir auch, nur scheinbare Glücksbringer zu entlarven, z. B. starken Alkoholkonsum, suchtähnliches Spiel, übermässiges Essen/Schlafen/Fernsehen oder Drogen. Diese führen nach Abflauen der erst positiven Wirkung insgesamt zu einer Verschlechterung des Befindens.

Auf der Suche nach dem Glück

Im Märchen ziehen die Helden in die Welt hinaus, um ihr Glück zu machen. So weit müssen wir oft gar nicht gehen. Das Gefühlsprotokoll kann helfen, echte Energie- und Glücksspender zu entdecken und herauszufinden, was einem gut tut. Such gezielt nach Momenten und Tätigkeiten, die dich beglücken. Lerne, sie zu erkennen, zu geniessen und verstärkt in deinem Alltag zu integrieren. Gelingt dir das, so hast du das nötige Handwerkszeug, um aktiv gegen schlechte Stimmungen angehen zu können.  Es gibt allerdings auch wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, welche Tätigkeiten und Umstände unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit fördern.

Rezeptfrei: Glücksfördernde Faktoren

    Körperliche Aktivität beschwingt und beglückt. Regelmässige Bewegung (z. B. Sport) hebt Ihre Grundstim- mung und hilft, Stresshormone abzubauen. Freundschaft,  Liebe und positive familiäre Bindungen steigern die Lebenszufriedenheit. Studien belegen, dass befriedigende soziale Kontakte die Lebenserwartung stärker beeinflussen als gesundheitliche Faktoren. Positiv erlebte sexuelle Begegnungen sind mit der Ausschüttung so genannter „Glückshormone“ verknüpft, deren Wirkung längere Zeit anhält. Aktivität macht glücklicher als Nichtstun. Neigt jemand zum Grübeln und macht sich gern Sorgen, so ist er in Zeiten des Nichtstuns stärker davon betroffen. Wenn man sich ein realistisches Ziel setzt, kommt Vorfreude auf. Erreicht man es (und sei es nur, dass der Schreibtisch aufgeräumt ist), so erlebt man Befriedigung. Deshalb führt freiwillige Aktivität, z. B. auch ehrenamtliche Arbeit, meist zu guten Gefühlen. Regulieren von negativen Gefühlen wie Ärger, Angst und Sorgen bessert die Grundstimmung. Abwechselnde Genüsse bessern die Laune. Überlegt euch, wie und womit ihr euch (auch zusammen mit anderen) eine Freude machen können —  und tut es auch! Natur, frische Luft und natürliches Licht (selbst bei Wolken!) wirken sich positiv auf die Stimmung aus.