Wohnkosten: Wie Studenten den Mietzins senken

Viele junge Menschen leben während ihrer Studienzeit besonders bedacht auf ihre finanzielle Situation. Immerhin ist der Weg in das Berufsleben noch nicht getan und durch das zeitintensive Studium bleibt wenig Zeit, um einer lohnenswerten Berufstätigkeit nachzugehen. Da sich die meisten Universitäten in grossen Städten befinden, wohnen Studenten ebenfalls hier und nehmen dafür teilweise hohe Mietkosten in Kauf.

Die Höhe der Miete jedoch ist ein wichtiger Faktor bei der Planung des monatlichen Budgets. Studenten sind in diesem Bereich stets auf der Suche nach günstigen Alternativen. Dass nun der Referenzzinssatz für Mieten in der Schweiz auf einen nie dagewesenen Tiefstand gesunken ist, bietet eine gute Sparmöglichkeit.

Formgerecht und mit Feingefühl

Aus der Senkung des Referenzzinssatzes, die seit dem 2. Juni 2015 gilt, ergeben sich für Studenten deutliche Sparpotenziale. Entscheidend hierfür ist jedoch, dass die Vorgehensweise sinnvoll und vor allem strukturiert geplant wird. In jedem Fall muss der Vermieter in den Vorgang einbezogen werden, denn er ist es letztlich, der einer Senkung der Miete zustimmen soll. Da der Vermieter von einer möglichen Mietsenkung nicht begeistert sein dürfte, ist ein richtiges und vor allem rechtlich korrektes Vorgehen für den Mieter wichtig. Nur so lässt sich der Anspruch auch tatsächlich geltend machen. Schon in den vergangenen Jahren haben Studenten gelegentlich die Möglichkeit bekommen, ihren Vermieter um eine Senkung des monatlichen Mietzinses zu bitten. Während der Zins bislang jedoch stets über einem Bereich von zwei Prozent lag und nun mit 1,75 % deutlich darunter gesunken ist, kann durchaus von einer historischen Gelegenheit gesprochen werden.


Bild 1: Ein freundliches Telefonat mit dem Vermieter ist eine gute Taktik.

Studenten, die nun von dieser Gelegenheit profitieren möchten, müssen ein Schreiben an ihren Vermieter richten, in dem sie ihren Wunsch nach einer Senkung verdeutlichen. Laut Immowelt.ch sind hierfür sowohl die Prüfung des eigenen Anspruchs als auch eine passende Fristsetzung wichtig. Wer sich mit den eigenen Rechten nur wenig auskennt und eine fachkundige Beratung wünscht, findet bei Schlichtungsbehörden oder dem Schweizerischen Mieterverband kompetente Ansprechpartner. Der Mieterverband hilft auch bei anderen Fragen zum Mietrecht und erläutert das weitere Vorgehen.

Selbstverständlich möchten Studenten das gute Verhältnis zu ihrem Vermieter nicht durch ihr Schreiben riskieren. Zu schade wäre es, wenn der Vermieter sich hiervon negativ beeinflussen lassen würde. Behutsames Vorgehen ist also das A und O. So kann es sich lohnen, den Vermieter vor dem Abschicken des Schreibens telefonisch zu informieren, damit er sich nicht überrumpelt fühlt. Zudem wissen die meisten Vermieter bereits Bescheid über die Entwicklung und haben möglicherweise schon selbst über potenzielle Veränderungen nachgedacht.

Wann die Senkung nicht möglich ist

Es kann passieren, dass der Vermieter trotz der Senkung des Referenzzinssatzes keine Senkung des Mietzinses möchte. Dies ist grundsätzlich möglich, denn auch Vermieter haben Rechte. So kann der Vermieter unter Umständen darauf hinweisen, dass seine eigenen Kosten in Bezug auf die Wohnung gestiegen sind. Ist dies der Fall, so bleibt die monatliche Miete gleich.


Bild 2: Die Beratung bei einer Schlichtungsstelle hilft im Ernstfall.

Nun haben Studenten die Möglichkeit, sich gegen die Verweigerung des Vermieters zu wehren:

„Wenn Sie mit der Antwort des Vermieters nicht einverstanden sind, können Sie innert 30 Tagen ab Erhalt der Antwort bei der Schlichtungsbehörde Ihres Wohnbezirks ein Senkungsgesuch einreichen. Auch wenn der Vermieter auf Ihr Senkungsbegehren nicht antwortet, können Sie an die Schlichtungsbehörde gelangen und dort ein Senkungsbegehren stellen.“ (Quelle: Mieterverband)

Letztlich ist es aber so, dass der Vermieter, sofern er seine eigenen Kosten und die hiermit verbundene Verweigerung einer Erhöhung belegen kann, den Mietzins nicht zwingend senken muss.

Spar-Alternativen

Die Senkung des monatlichen Mietzinses ist fehlgeschlagen und dennoch wünschen sich Studenten eine Entlastung ihres Budgets. Kein Wunder, denn auch die Lebenshaltungskosten in den Städten liegen auf einem durchaus hohen Niveau.


Bild 3: WG-Bewohner sparen Wohnkosten und werden oft zu guten Freunden

In einer Studie wird dies deutlich, denn hier liegen die Städte Bern, Zürich und Genf auf den ersten drei Plätzen der teuersten Städte Europas. So beschreibt auch folgender Artikel, dass bereits 2011 die Mieten um einen erheblichen Anteil gestiegen sind. Es ist also sinnvoll, nach einer Alternative zu suchen, wenn die monatlichen Mietkosten schon länger für Unwohlsein sorgen. Studenten haben hier im Allgemeinen drei Möglichkeiten:

  • Umzug in einen günstigeren Vorort
  • Auswahl einer kleineren und günstigeren Wohnung
  • Leben in einer WG

Besonders die Alternative WG ist für viele Studenten eine gute Option, denn hier findet das Leben oftmals auf einer sehr kommunikativen Basis statt. Nicht nur für Studenten, die aus der Schweiz stammen, sondern auch für ausländische Studenten bietet sich durch eine WG die Möglichkeit, in einer grossen Stadt Anschluss zu finden. Dabei sind die monatlichen Mietkosten deutlich niedriger als in einer alleine genutzten Wohnung, denn der gesamte Mietzins wird unter den Bewohnern der WG aufgeteilt. So können auch Wohnungen in zentralen und attraktiven Wohngebieten durchaus erschwinglich werden.

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